Sonntag, 7. Oktober 2012

Spätsommer am Tamischbachturm

Der letzte Spätsommertag, und das im Oktober! Da muss man einfach in die Berge. Noch dazu, wo wir Andrea die ganze Alpenpracht zeigen wollen. Also fahren wir nach Gstatterboden, von wo wir um 9 Uhr starten, um die mehr als 1400 Höhenmeter auf den schönsten Aussichtsberg der Ennstaler Alpen, den Tamischbachturm (2035 m), in Angriff zu nehmen.

Rast auf der Ennstaler Hütte
Nach nicht einmal 4 Stunden (inklusive Rast auf der Ennstaler Hütte stehen wir am Gipfel. Ein einzigartiges Panorama entschädigt für die Mühen des Aufstieges: Der Blick reicht vom Alpenvorland über Hochschwab, natürlich die imposanten Wände der Gesäuseberge bis zu Dachstein und sogar den vergletscherten Gipfeln der Hohen Tauern. Als dann noch einige Gipfelstürmerinnen zu singen beginnen, ist die Bergidylle perfekt. Man möchte ja fast nicht absteigen, aber die Jause auf der Hütte zieht uns dann doch nach unten. Was bleibt von dieser Tour? Schöne Erinnerungen, Fotos und ein kräftiger Muskelkater!

Am Gipfel des Tamischbachturms

Sonntag, 30. September 2012

Radtouren als Sightseeing

Wie bekommen Radtouren eine neue Qualität? Indem man die Gegend lieben Menschen zeigt. Für zwei Monate hält sich Andrea Lißner, Praktikantin von der Uni Dresden, in Krems auf. Neben Schule und Studium (nachzulesen unter www.lissiontour.wordpress.com) kommen auch Outdoor-Aktivitäten nicht zu kurz:
  • Mit dem Rad durch die Wachau: am Sonntag, 7. September geht es bei sommerlichem Traumwetter über Dürnstein (Aufstieg zur Ruine), Weißenkirchen (Aufstieg ins Innere des Kirchturms) nach Spitz. Dort mit der Rollfähre ans andere Donauufer, über Rossatzbach wieder zurück nach Mautern. Für Andrea ein erster Eindruck von unserem landschaftlichen Schatzkästchen in der Nähe.
  • Mit Andrea auf der Aussichtsplattform der Ruine Dürnstein
  • Kamptalradweg: Am letzten Septembersonntag fahren wir mit dem Zug nach Horn, von dort geht es den Kamptalradweg entlang (manchmal auch auf der Bundesstraße, wenn die Abzweigung nicht zu finden ist) bis nach Straß. Abschließend machen wir noch einen Abstecher nach Grafenegg, und nach ein paar weiteren Schlenkern sind es schlussendlich 71 km geworden.
Maria und Andrea auf dem Kamptalradweg


Freitag, 31. August 2012

Peru-Nachlese: Schicksalsberg Huascaran


Mein Vater - verunglückt am
Huascaran im Jahr 1976
Viele Jahre lang war der Name Huascaran für mich vor allem eines: Erinnerung an meinen Vater, der im Jahr 1976 dorthin aufgebrochen ist und nach der Besteigung des 6768 m hohen Gipfels tödlich verunglückt ist. Im Bereich der "Garganta", der 6000 m hohen Scharte zwischen Nord- und Südgipfel, wurde sein Leichnam im Gletscher bestattet. Für mich war es nun eine besondere Situation: Inmitten vieler Gipfel der Cordillera blanca erzählte mir gerade dieser Berg eine besondere Geschichte. Diese Reise war deshalb auch eine in die Vergangenheit.

Gleichzeitig aber könnte sie auch eine in die Zukunft werden. Denn nach Auskunft unseres Guides William schmilzt der Gletscher des Huascaran, und es könnte durchaus sein, dass die sterblichen Überreiste einmal vom "ewigen" Eis freigegeben werden...

Blick auf den Huascaran

Best-of-Peru 2: Trekking in der Cordillera blanca

Mit großen Erwartungen starten wir zum zweiten Trek, dem eigentlichen Höhepunkt der Reise. Doch der Wetterbericht verheißt nichts Gutes - nämlich Wolken und Regen. Aber so schlimm sollte es nicht werden - hier der kurze Überblick:

Samstag, 18. August:
Nach mehr als 100 km Anreise mit dem Bus - am Fuß des Huascaran entlang und über einen mehr als 4700 m hohen Pass - starten wir in der kleinen Ortschaft Vaqueria (3700 m). Es geht einen weiten Talboden taleinwärts, vorbei an letzten Dörfern. Bei trübem Wetter beziehen wir unser erstes Lager in Paria (3860m).

Letzte Gehöfte in 3600 m Höhe
Sonntag, 19. August:
Auch heute hält sich die Aussicht sehr in Grenzen, Wolken und leichter Regen bestimmen den steilen Anstieg zum 4640 m hohen Alto de Pucaraju (4640 m). Beim Abstieg beginnt es nach einem weiteren Regenschauer schließlich etwas aufzulockern. Camp am Ufer eines Sees (L. Huecrococha).

Montag, 20. August:
Das Wetter bessert sich, die Route führt entlang alter Verbindungswege über einen Pass (Yanagrahirca), dann durch Kulturland und vorbei an bäuerlichen Gehöften. Am Nachmittag wird es richtig heiß - eine Idee davon, dass bewölktes Wette nicht unbedingt das Schlechteste zum Gehen ist. Wir campen in der Ortschaft Colcabamba am Fußballplatz, zur Feier des Tages gibt es Bier aus dem Dorfladen.

Dienstag, 21. August:
Heute ist es sonnig und heiß, eine staubige Straße führt ins nächste Tal. Am Fuße eines gewaltigen Hängegleltschers geht es taleinwärts bis zu einem Gletschersee und schließlich steil hinauf zum letzten und höchstgelegenen Camp: idyllisch gelegen in 4520 m Höhe. Auf der anderen Talseite können wir immer wieder beobachten, wie Seracs vom Hängegletscher des Nev. Contrahierbas mit Getöse abbrechen.
Mirador: Lagerplatz mit grandioser Aussicht
Mittwoch, 22. August:
Bei dichtem Nebel starten wir die letzte Etappe zum Passübergang Pta. Yanayacu (4850 m). Beim Abstieg auf der anderen Seite lockert es auf, und allmählich wird der Blick auf die eisgepanzerten Berge der Cordillera Blanca frei. Besonders beeindruckend Nev. Chopicalqui. Ich lasse mir viel Zeit, denn ich möchte den Eindruck des gewaltigen Gebirges auf mich wirken lassen. Schließlich habe ich eine besondere emotionale Beziehung zur Cordillera blanca, im Speziellen zum Huascaran, dem höchsten Berg Perus, der allerdings seinen Gipfel immer wieder in Nebel hüllt.
Aufstieg im Nebel
Überblick über das Trekking durch die Cordillera blanca
Die gesamte Tour in Zahlen: 65 km / 3485 hm im Aufstieg / 3035 hm im Abstieg.

Best-of-Peru 1: Salkantay-Trek

Die erste der beiden Trekking-Touren im Rahmen unserer "Best-of-Peru"-Reise nennt sich Salkantay-Trek und führt über vier Tage durch verschiedenste Landschaften: vom vergletscherten Hochgebirge über tropischen Bergwald. Hier kurz der Ablauf:

Mittwoch, 8. August: Nach etwa vier Stunden Anreise von Cusco mit dem Minibus starten wir in etwa 3880 m Höhe mitten in der Hochgebirgslandschaft. In langsamem Anstieg geht es bis zum ersten Zeltlager: Soyroccocha in 4460 m Höhe. Vor uns thront der eisgepanzerte Gipfel des Nevado Salkantay (6264 m). Die Nacht ist klar und bitterkalt, außerdem macht uns die Höhe zu schaffen.

Eindrucksvolle Kulisse: Nevado Salkantay (6264 m)
 Donnerstag, 9. August:
Immer die vergletscherten Andenriesen vor uns, führt ein kurzer Anstieg zum höchsten Punkt, dem Salkantay-Pass (4650 m). Von hier sind 1700 hm im Abstieg zu bewältigen. Allmählich kommen wir in den tropischen Bergwald. In der kleinen Ortschaft Challway (2950 m) sind schon die Zelte für unser Lager aufgestellt.
Freitag, 10. August:
Das Tal des Santa-Teresa-Flusses entlang führt der Pfad meist durch tropischen Bergwald. Die Vielfalt der Vegetation lässt uns staunen. Etappenziel ist die Ortschaft Sahuayaco (2100 m), wo es gar nicht einsam zugeht: Beschallung mit Popmusik und staunende Einheimische lassen Jahrmarktstimmung aufkommen.
Samstag, 11. August:
Die letzte Etappe des Treks führt meist über einen alten Inkapfad. Der nstieg über mehr als 800 hm und der anschließende Abstieg nach Hidro electrica führt meist durch schattigen Wald, sodass trotz strahlenden Sonnenscheins die Hitze recht erträglich ist.

Gemächliches Wandern durch den tropischen Bergwald
Alles in allem ist dieser Trek eine eindrucksvolle Alternative zum Inka-Trail nach Machupicchu. Die Besichtigung des Weltkulturerbes steht am Schluss der fünftägigen Tour, anschließend geht es per Bahn wieder zurück nach Cusco.
Überblick über den Salkantay-Trek
Die gesamte Tour in Zahlen: 49,5 km / 1880 hm im Aufstieg / 3750 hm im Abstieg